Neue Single: Lies die Bibel!

Fußweh, Todesfälle, Tretminen im Großstadtdschungel – ein aktueller Song über Lebensrückschläge und wie man ihnen gutgeölt widersteht

Meine neue Single „Lies die Bibel„, ein Rocksong mit voller Bandbesetzung. Darüber, wo man Halt und Kraft bekommen kann, wenn es im Alltag nicht so läuft wie „gewünscht“. Ist noch „Platz frei in Deiner WG“? Dann hör mal rein!

Meine persönliche Lieblingszeile im Gedenken an Prince:
„Dir schmerzt die Mauke
und der Fahrstuhl fährt runter,
hau auf die Pauke
und bleib munter!“
(Den ganzen Text findest Du unten)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lies die Bibel (M.+T.: Zitrone Rock)

Strophe 1

Der Nachbar ist ein Arsch und die Chefin so barsch

Und zu Hause läuft nix mehr

Ein wohlgemeinter Tipp zum Thema Treppenhausdreck

Und die Vertretung, die kann viel mehr (Oooh!)

Wenn Du am Boooden bist: Lies die Bibel!

Erstmal annehm, was ist: Lies die Bibel!

Refrain 1

Bleib nicht beim Ärger stehn

Es gibt noch viel mehr zu sehn

finde Führung und Trost

sei mit Worten liebkost

Jesus liebt Dich

Und Du bist nicht allein

Strophe 2

Zum Auftakt in die Tretmine rein

Der Große Gelbe, der fährt glatt vorbei

Von der Falschen schöne Augen, lauter Freunde die nix taugen

Und Herr Schlau sagt, da wär nix dabei

Folge dem Herrn und verzeih: Lies die Bibel!

Mach Dich vom Abweg frei: Lies die Bibel!

Refrain 2

Mit wem willst Du gehen?

Es gibt für Dich so viel zu sehn!

„Stehe stark und steh fest

ohne dass Du Dich hetzt“

(2. Thesselonicher 2, 15 „So steht nun fest, liebe Geschwister, und haltet Euch an die Lehre,

in der ihr durch uns unterwiesen seid, es sei durch Wort oder durch Brief von uns.“)

Sie sind zu dritt

Und jetze biste nie wieder solo

Refrain 3

Mit offnen Augen kannst Du es sehn:

„Es ist noch Platz frei in der WG“

(Kolosser 3,16 „Lasst das Wort Christi reichlich unter Euch wohnen, singt Gott dankbar in Euren Herzen.“)

5 Bücher Mose in der Knielochhose

Lern jetzt zu gehen, so wirst Du widerstehn

Refrain 4

Nimm den Nachbarn und die Chefin mit

Die Liebe ist der göttliche Kitt

Dir schmerzt die Mauké, der Fahrstuhl fährt runter?

Hau auf die Pauké – und bleib munter!

Eine gepfefferte Antwort

Mein kleiner Wohnzimmerkonzert-Song

Ein paar Worte von mir persönlich

Damit Du weißt, was Dich bei meiner Show erwartet, heute ein kleiner Auszug aus meiner Geschichte „Der Tote in der Pfeffermühle“.
Schließlich gibt es bei meinen Wohnzimmerkonzerten nicht nur Selbstkomponiertes, sondern auch Worte aus meiner autobiografischen Feder.


Eine gepfefferte Antwort

Ich ändere um habvier Uhr früh endlich meine Strategie und schreibe auf die Pappe: Rom. Dann Wien. Dann Dresden. Zuletzt probiere ich es mit allem, was mir einfällt. Buxtehude. Hintertupfingen. Mainz. Mölln. München. Meinertshagen. Minden…

Und Minden klappt! Juhu! Dabei ist „en“ von „Minden“ schon ganz verwaschen. (Später erfahre ich, dass das ungarische Wort für „egal“ „mindengy“ ist – das muss er wohl gelesen haben)

Pappe weg, hingestürmt, juhu endlich mal jemand der stoppt. Ich sehe: Ein Citroen, tiefergelegt, berührt fast die Straße beim Fahren, die Scheiben milchig-braun und kaum auszumachen, was im Inneren des Wagens auf mich warten mag. Der Motor ist laut. Sowas von laut aber auch!

Der Wagen hält, und nix passiert. Ich höre von drinnen eine Stimme. Klingt so, als wäre Lemmy auferstanden und hätte sehr sehr schlechte Laune. Aua. An wen bin ich denn da geraten, denke ich bei mir. Doch meine Sorgen weichen schnell bei der Möglichkeit, in einem gut geheizten Wageninneren Platz nehmen zu können. Und, wie ich jetzt durch einen Fensterspalt sehen kann, ist alles auch noch gut gepolstert. Dick, weich und flauschig, so wie in den guten alten Siebzigern. Einladend, sich hinzulümmeln und mal die Augen zu schließen, um einen wegzudösen.

Lenkrad umpelzt, Sitzschoner in Tigeroptik, Flauschwürfel am Rückspiegel. Ich erkenne am Steuer einen wettergegerbten, lebenserprobten, knorrigen Schrat. Wie Räuber Hotzenplotz, Ströbele und Steve Buscemi in einem. Irgendwie unheimlich. Meine Angst vor Irren ist groß. Doch mein Herz für Underdogs ist größer. Und mein Temperaturverlust ist maximal.

Ich hüstel, räusper mich und klopfe unnötigerweise an die Beifahrerscheibe.

Es kommt eine Antwort. Aber ich kann garnichts verstehen! Ich setze etwas direkter nach, bin ja Berliner. Nüscht. Englisch. No way. Französisch. Rien ne va plus. Spanisch. i No ! Übriggebliebene Urlaubsbrocken schwappen über meine blauen, sich nach Auftauen sehnenden Nachtlippen: Schwedisch, Italienisch, Kroatisch. Bei Kroatisch komme ich mir schon langsam komisch vor. Bin ich Empfangschef im Kempinski oder trampender Liedermacher? Wieder dieselbe Antwort jedenfalls, und ich beschließe, jetzt einfach einzusteigen und meinem „anywhere goes“-Motto nun Tagen folgen zu lassen.

Vielleicht war es Ungarisch, denke ich mir, als der Schrat zwar behende losstartet, aber noch immer nicht nach rechts schaut. Eine Sonnenbrille (!) macht Augenkontakt ohnehin unnötig. Und rauchen muss ich nicht selbst. Ich sitze in einer unglaublichen Stinkblase. Es qualmt aus dem Aschenbecher, der Fahrer raucht auch, und. Nur so viel. Er fährt in Socken. Puh! Puuh! Pumakäfig…

Én vagyok a halott ember a borsdaráló, sagt Schratok, der Fahrer.

(Gesprochen etwa so: Een vodjokk o hollot ämbär o borschdo raalo)

Ich frage: Rom? München? Wien?

Endlich ein menschliches Zeichen. Er lacht. Er lacht laut und deutlich, dass er mit seinem Lachatem und der froh nach vorn stupsenden Nick-Nase schnurgerade die dicksten Rauchwolken zerteilt.

Und sagt „Jo. Jo. Budapest! Jo hey“

Én vagyok a halott ember a borsdaráló, sagt Schrati nochmals zur Bekräftigung.

In ein paar Tagen erfahre ich: Die Begrüßung meines neuen Freundes heißt übersetzt

„Ich bin der Tote in der Pfeffermühle!“

Aber jetzt geht’s erstmal los. Ins geliebte Gulaschland, Fürstenblut in meinen Adern, beim Belenus. Endlich die Band „Aurora“ persönlich kennenlernen und in ländlichen Hinterhöfen mit süße Miezen Nasenstupser tauschen. Bei Frötsch und Pálinka. Aber jetzt erstmal los. Im Namen der Pfeffermühle.

 

 

 


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